Wie die Batterie neu erfunden wurde

Wir hätten wohl alle gerne Zugang zu einer unendlichen Stromquelle, die nicht vom öffentlichen Stadtwerk mit einer hohen Rechnung quittiert wird und das notwendige Übel Atomkraftwerke nötig macht. Normale Haushaltsbatterien nerven, halten nicht lange, schaden der Umwelt oder müssen wieder aufgeladen werden, womit wir wieder beim Einstiegsthema sind, kurz, es nervt. Das Stichwort Erneuerbare Energien geistert ja nun schon seit einigen Jahren durch die Presse, aber der Otto-Normal-Verbraucher hat bis auf seinen Solaranlage nur tagsüber was davon und stöhnt über die regelmäßigen Strompreiserhöhungen.

Doch wer denkt, dass es die großen Konzerne sind, die uns von dieser Last befreien könnten, der wird eines besseren belehrt. ZU den Gründen dieses Artikels und zu den Gründen für den industriellen Tiefschlaf schreibe ich später etwas.

Die Zukunft könnte in Kalifornien begonnen haben, als gestern Elon Musk, CEO von Tesla Motors Licht ins Dunkel brachte, über das im Vorfeld bereits ausgiebig spekuliert und gerätselt wurde.

Die Idee

Nichts anderes, als die globale Energieversorgung komplett umzustellen mit Hilfe von Tesla-Batteriesystemen, den sogenannten Powerwalls. Solarenergie wird Batterien gespeichert, die tagelang das eigene Haus plus den wichtigen kleinen Dingen wie Laptop, Handy, TV mit Strom zu versorgen, wenn die Sonne nicht scheint, der Strom ausfällt oder es einen Strom-Engpass aus welchen Gründen auch immer gibt. Beim Durchschnittsbürger hört das aber nicht auf, sondern ist auf Firmen, Unternehmen und Handelsketten mit den Powerpacks ausdehnbar, die in Einheiten von 10-Kilowatt-Stunden kommen und praktisch unendlich skalierbar sind.

Die Umsetzung

Batterieeinheiten, die 220 Pfund wiegen und gerade 7 cm Durchmesser dick sind und man sich prima (auch noch in verschiedenen Farben!) an die eigene Wand hängen kann. Für den Hausgebrauch sollen bis zu 9 von diesen Batterien nebeneinander möglich sein, massig Power also, um eine Großfamilie damit zu versorgen.

Und was kostet der Spaß?

Mit 3000 Dollar für eine 7-Kilowatt-Stunde und 3500 Dollar für eine 10-Kilowatt-Stunde ist man dabei, aber erst ab Ende des Sommers und ausschließlich die USA, während Deutschland und Australien ab Ende des Jahres beliefert werden sollen. Obwohl theoretisch das Teil nur ausgepackt und per Steckdose angeschlossen werden soll, ist es praktisch doch nicht ganz so einfach, den Prototyp in den eigenen Haushalt anzubinden, doch liegen die Kosten für die technische Installation noch völlig im Dunkeln.

Wer ist der Typ?

Unbemannte Transport-Raumflüge mit SpaceX, Elektroautos, SolarCity und PayPal sind pro Thema alleine bereits eine Erfolgsgeschichte, doch Elon Musk sein Finger überall im Spiel sowie in zahlreichen anderen Projekten. Man könnte ihn auch als den Übervater von Start-Ups nennen, da er quasi fast alle seine Ideen zu millionenschweren Unternehmen ausgebaut hat und nun regelmäßig auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt zu finden ist. Zwar für eine Promotion in Physik zugelassen entschied er nach wenigen Tagen in der Uni, dass der Doktortitel doch nicht sein Ding sei und gründete seine eigene Internetfirma, womit er sich in die Reihe der Studienabbrecher wie Bill Gates und Steve Jobs einordnet. Geht nicht gibt’s nicht bei ihm und stellt mal wieder in Frage, was an der Uni eigentlich beigebracht wird, wenn es so viele erfolgreiche Aussteiger gibt und die restliche namenlose Masse ihren 9-to-5 Jobs nach einem Abschluss nachgeht.

Wie geht es weiter?

In Nevada wird fleißig an einem gigantischen Werk gebaut, das Tesla-Batterien am Fließband ab 2017 produzieren und ausliefern soll. Bis dahin haben potentielle Kunden also Zeit genug, ihr eigenes Haus mit Solarplatten zu versorgen, um dann direkt auf Tesla umzusteigen. Vorbestellungen sind jetzt schon möglich und werden nach Angabe von Musk auch schon von Unternehmen in Anspruch genommen, auch testweise – von Walmart und Amazon ist die Rede sowie einem bis jetzt namenlosen Unternehmen, das mit einer Bestellung von 25 Powerpacks ganz groß in die neue Energienutzung einsteigen will. Elon Musk ist ehrgeizig und will nicht weniger als die ganze Welt verändern mit 900 Millionen Geräten in weltweiten Haushalten, um grüne Energie zu produzieren und zu speichern.

Und was sagen die anderen?

Das Geschrei im Netz war und ist wie immer groß und unterhaltsam. Gibt es schon, hieß es aus der einen Ecke, und Theorie sei nicht gleich Praxis. Kernkraftwerke werden bald nicht mehr benötigt, hieß es aus der anderen, kurz, Elon Musk hat genau das erreicht, was er wollte in marketingtechnischer Hinsicht. Selbst wenn es das Konzept bereits geben mag, wussten bis jetzt nur wenige davon und die Zukunft wird wohl den Namen Tesla tragen und damit eine Abstrafung für die Unternehmen sein, die eine ähnliche Umsetzung anbieten, aber sich aus den sozialen Netzwerken bis jetzt fernhielten.

Zukunftsmusik

Das klingt alles ein bisschen zu gut, um wahr zu sein und ist sicher mit noch vielen Abers verbunden, aber da alles zu Gold geworden ist, was Elon Musk bis jetzt angefasst hat, darf man hier ruhig etwas rumspinnen. Elektroautos (die von seiner Firma übrigens hergestellt werden), die mit den Batterien aufgeladen werden, elektrischer öffentlicher Transport, keine Energieengpässe mehr in den meisten Teilen der Welt und ganz egoistisch und subjektiv keine Stromrechnungen mehr, weil es den Arbeitgeber von Homer Simpson einfach nicht mehr gibt klingt schon gut. Kommen die Energieeinheiten außerdem vom Fließband, kann man hier ganz sicher mit einem weitaus niedrigeren Stückpreis rechnen und wir irgendwann ein Satz Batterien sein, den man Samstagnachmittag im Baumarkt kauft. Daumen hoch dafür!

Warum der Artikel

Die Situation rund um die Batterien steht für alles was in der Wirtschaft falsch läuft, insbesondere wenn Großkonzerne ins Spiel kommen. Eine bequeme Situation wird mit aller macht festgehalten anstatt, dass sich darum gekümmert wird Zukunft zu erschaffen. Mit Lobbyarbeit und Kuscheln mit Politikern soll das Alte und Schädliche mit aller Kraft am Leben gehalten werden. Mit PR -Schlachten und den üblichen „Arbeitsplatzabbau-Drohungen“ soll das Neue schlechtgeredet werden….doch wie lange?

Die Antwort liefert und bereits das Auto Tesla! So lange bis man das Neue nicht mehr ignorieren kann und es einen ernsthaft gefährdet. Erst dann werden die Großkonzerne versuchen gleichzuziehen, aber in ihrer Behäbigkeit scheitern. Musk zeigte es bei PayPal (dessen Konkurrenz deutsche Banken JETZT aufbauen wollen. WIRKLICH???!??!), Tesla, SpaxeX und er zeigt es jetzt. Im Englischen „disruption“ genannt, zerlegt er einen kompletten Markt mit radikalen Ansätzen, die von den Etablierten ignoriert wurden.

Im Kleinen ähnlich

Auch wenn niemand von uns einen Großkonzern hat, so ist das hier gegebene Bild auf so viele Dinge anzuwenden. Hört auf immer den „es läuft doch“ Gedanken festzuhalten, hört auf Dinge zu ignorieren, die euch fremd erscheinen, aber Potenzial haben und vor allem: verlasst die Denk-Einbahnstraße! Es gibt unzählige Musks wenn es um die kleineren Dinge geht. Bei den Zeitungsverlegern waren die HuffPo und Buzzfeed so etwas wie Musk (und ich mag beide nicht sonderlich), bei den Shops Amazon und und und.

 

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1 Kommentar

  1. Steven | PBQ Batterien

    Elon Musk ist wirklich ein genialer Unternehmer. Er bringt uns die Verminderung
    von CO2-Emission einen Schritt näher. Ab sofort kann jeder vom Wohnzimmer
    aus mithelfen.

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