Mit SEO Geld verdienen – die Kunden

Wer mich persönlich kennt dürfte wissen, dass ich nicht zu dem Personenkreis zähle, der seine Meinung filtert. „You see is what you get“ dürften die Amerikaner wohl dazu sagen. Aus genau diesem Grund schreibe ich auch in einem ähnlichen Still, aber ich arbeite eben auch so. Das heutige Thema bezieht sich einmal mehr verstärkt auf den SEO Bereich und vor allem das große Jammern einiger SEOs wie schwierig alles geworden sei und/oder das übliche „SEO ist tot“. Inzwischen sehe ich sogar einige abkehren und sich anderen Dingen widmen. Alles nicht verwerflich, aber mir geht es hier um entscheidende Denkfehler, die viele SEOs machen und die zu einem mäßigen Erfolg führen.

Die richtigen Keywords – FEHLER!

Genau hier fängt schon der Fehler an. Die größte Priorität wird dem Keyword selbst zugeordnet und dann wird mit blinden Werten gearbeitet wie Suchvolumen. Blinder Wert? Ja, genau das ist er, denn er sagt erst einmal aus wie oft ein Begriff gesucht wird, aber nichts über das Verhalten der Suchenden, den Wert der Suchenden oder das wirkliche Bedürfnis des Suchenden.

Selbstverständlich muss man wissen wie groß die eigene Nische ist und welches Potenzial sie hat, aber das Suchvolumen und ein Keyword als „Fazit“ der Überlegung worauf man sich konzentrieren möchte, ist der grundlegend falsche Ansatz.

Die unterschiedlichen Kunden

Eines meiner Lieblingsthemen sind die verschiedenen Arten von Kunden, die man als SEO auf seine Seite bekommt. Viele wollen sich dabei als ein Geschäft sehen, das ein Produkt verkauft, doch das seid ihr nur wenn ihr ein Produkt habt. Wer im Affiliatebereich tätig ist, ist Vermittler…wie ein Versicherungsmakler und so muss auch das Konzept sein. Man kann die Kunden in drei Typen unterteilen, wobei eine noch detailliertere Segmentierung immer möglich ist!

Kunde 1 – Ich schau erst mal

DAS ist der Kunde, der für das hohe Suchvolumen eines einzelnen Keywords sorgt. Das ist die Masse, die noch völlig unentschlossen rumschlendert und eigentlich nur schauen will und sich Informationen holen will. Der Kunde kauft aber nicht, wenn ihr ihn in diesem Zustand abfängt. Er wird die Infos eurer Seite durchlesen und beinahe unbedeutend wie gut euer Content ist…sein Gedanke ist maximal „interessant, behalt ich im Hinterkopf“.

Eure Chance: Eure Chance bei diesem Kunden ist etwas langfristiger und komplexer und die liegt im Favoritenordner des Kunden. Ist der Content wirklich sehr gut, habt ihr die Chance im Kopf des Kunden zu bleiben, so dass er immer wieder zu euch kommen wird und damit noch zu einem zahlenden Kunden umgewandelt werden kann. Dies würde ich klar unter Brandbuilding verbuchen. Dennoch besteht die Gefahr, dass solch ein Käufer immer sehr viele Quellen haben wird. Favoritenordner steht hier natürlich auch für Like, Follow usw.

Kunde 2 – Berate mich!

Ein Freund wenn ihr wisst wie man eine Vergleichsseite wirklich gut aufbaut. Es ist der Kunde, der endlich einmal gut beraten werden will, also müssen die Reviews in seinen Augen einen echten Mehrwert haben. Die Realität sieht leider so aus, dass die meisten SEOs Redakteure haben, die in sauberem Deutsch schreiben (anders als ich), aber bei der Materie selbst nicht viel Fachwissen besitzen. Selbstverständlich seid ihr kein objektives Institut, aber ich sehe auch immer wieder Affiliateseiten, auf denen niemand eine schlechte Note hat, sonst könnte man am Ende noch 5€ von einem mittelmäßigen Produkt verpassen.

Kunde 2 will überzeugt werden, dass ihr objektiv seid und dass ihr wisst wovon ihr redet. Er kommt oftmals mit Fragen, die ihr auf Unterseiten sehr gut beantworten könnt und er ist zu 70% entschlossen etwas JETZT zu kaufen bzw. sich irgendwo anzumelden.

Kunde 3 – Weiß was ich will, zeig es mir!

Absolut ehrlich, DAS ist mein Liebling, aber dies ist eine deutlich kleinere Gruppe, die in der Conversion jedoch ein absoluter Traum ist. Sehr wichtig ist hier folgendes: Dies ist eine ungeduldige Gruppe, also muss man mit KURZEN Texten genau das treffen was die Zielgruppe wünscht und das ist ein Drahtseilakt, der viel Justierung erfordert. Ein Beispiel aus der Sportwetten-Praxis (musste natürlich kommen): Wir hatten einen Kunden, bei dem wir ein Ranking haben wollten zu „BezahlmethodeX WettanbieterY“ also durchaus eine Nische, da hier das Suchvolumen rapide abnimmt im Vergleich zur puren Suche nach „WettanbieterY“. Was den Unterschied ausmacht ist die Einstellung des Kunden. Der Kunde, der nach einer bestimmten Bezahlmethode bei einem Anbieter sucht, weiß folgendes: Ja, ich möchte wetten, ich weiß auch wie und womit ich einzahlen will und bin daher auch schon entschlossen Geld auszugeben. Die wahre Herausforderung bestand jedoch darin den richtigen Mittelweg zu finden was die Inhalte angeht. Nein, „geile lange Texte“ funktioniert hier nicht. Hier geht es um Bedürfnisbefriedigung der schnellen und schmutzigen Art und das Ergebnis sah wie folgt aus:

  • Position 1 – Ein paar Worte über den Anbieter, maximal 3-4 Sätze mit einem möglichst greifenden Argument für Selbigen. Beispiele: lange Tradition, an der Börse und damit streng bewacht, Familienunternehmen mit echten Personen dahinter, international eine Größe usw usw.
  • Position 2 – Ja, du kannst hier mit Methode X einzahlen und das bekommst du dafür (Bonus, Angebot usw)
  • Positionen 3-6 – Weitere sachliche Infos wie Supportoptionen und weitere Bezahlmethoden. – Beschreibung des allgemeinen Wettangebotes – kurzes Fazit

Am Ende waren die Texte immer sehr kurz, aber sie befriedigten perfekt das Bedürfnis des Kunden und die Seite rankt bis heute weit oben, schließlich sendet sie die richtigen Signale an Google. Doch was viel wichtiger ist, sie KONVERTIERT (muss nur noch die Religion rausfinden). Ok, lassen wie die flachen Witze.

Die richtige Wahl

Die richtige Wahl kann und darf also nicht das Suchvolumen sein, denn das sagt noch nichts darüber aus wie der finanzielle Erfolg sein wird. Befasst euch mit dem Gedankengang der Kunden. Was muss ein Kunde suchen und denken um zu einem kaufenden Kunden zu werden?

Ist Kunde 1 gar kein Ziel? Doch, ist er, aber dann wollt ihr kein reines SEO-Projekt aufbauen, sondern ein Massenprodukt, eine Marke und das wäre eine fatale Entscheidung, wenn ihr weiterhin in SEO-Projekt Dimensionen denkt. Hier wären Brandbulding, eine Social Media Strategie und und und notwendig. Wenn ihr aufs Volumen abzielt, dann macht es richtig, aber ihr müsst auch den langen Atem mitbringen, finanziell und was eure Motivation angeht.

Doch in erster Linie muss euer Angebot an den Kunden gerichtet sein und der Kunde heißt nicht Google. Google ist lediglich das Schaufenster, das man in die erste Reihe zu bringen versucht, aber ab dem Moment wo der Kunde auf eurer Seite ist, ist Google Geschichte. Hinzu kommt ein wichtiger Faktor: die Zukunft wird NICHT nur aus Google bestehen und sich auf eine Quelle zu verlassen ist gefährlich.

Idealzustand – Responsive Inhalte

Ja, dies wäre der Traum, der bisher eigentlich fast nie erfüllt wird. Dem Kunden wird angepasst an seine Einstufung der passende Inhalt „ausgespuckt“. Kunde 1 bekommt das genial detaillierte Infoblatt mit klarer Auslegung darauf ein „Like“ von ihm zu bekommen, damit man eine Anlaufstelle wird. Kunde 2 bekommt vor allem Inhalte präsentiert, die beratend sind und als Entscheidungshilfe dienen können. Kunde 3 bekommt seine Fast-Food-Informationen bevor man ihm sagt „geh jetzt, du willst es eh!“

Der beste Kunde

Ok, das hier ist absolut aus der Glücksspiel Branche, aber dennoch gibt es Parallelen. Viele versuchen Kunden mit Sonderpreis und Bonusangeboten zu locken, doch vergessen sie, dass sie so niemals Qualität bekommen. Der beste Kunde ist der, der ein stressfreies Erlebnis sucht. Er ist bereit mehr Geld auszugeben wenn dafür alles problemlos verläuft. Dies könnt ihr inhaltlich wunderbar einbringen und in beinahe jedem Review punkten. Beispiel aus meiner dunklen Welt: Betonung von Support, hohen Limits, schnellen Auszahlungen, Bonusangebote, die Einfache Bedingungen haben statt nur hoch zu sein. Kein Kunde ist besser als dieser.

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